Montag, 29. August 2011

Schlosspark Nymphenburg

der Park ist ca 200 Hektar groß und kann kostenlos besucht werden. Im Sommer bis 21:30 Uhr, im Winter bis 17:30 Uhr.

Der heutige Park entstand aus einem 1679 angelegten kleinen Schlossgarten. Ab 1701 wurde der Kanal angelegt, der Wasser aus der Würm (fließt aus dem Starnberger See heraus) bekommt. Heute erhalten ist der durch Friedrich Ludwig von Sckell 1804 erschaffene Landschaftsgarten, den König Ludwig so auch schon gesehen haben muss wie wir heute.











 "Hexenhäuschen" im Kronprinzengarten

Amalienburg (Jagdschlösschen)
ab 1734 erbaut mit chin. Prunkküche
 Badenburg (Badeschlösschen)
erbaut ab 1718

Pagodenburg im chin. Stil
erbaut ab 1716

Die Parkbauten können für 4,50 € besichtigt werden oder im günstigeren Gesamtpaket mit Schloss, Marstallmuseum und Porzellanausstellung

Palmengarten-Cafe (hier hielt sich der kleine Ludwig gerne auf)

Im Park sind 2 Seen, 1 Weiher, 1 Wasserbecken, Kronprinzengarten, 4 Parkbauten, Dörfchen, Kaskade, Mittelkanal, Palmenhaus und vor dem Schloss Wasserbecken und Kanal
leider war bei uns den gesamten Tag über keine einzige Fontäne in Betrieb! Das Schloss ist zur Stadtseite hin bis Oktober 2011 eingerüstet (Restaurierung)


Eine Umfrage zeigte:
Wo halten sich die Münchner am Liebsten auf?
  90 % Schloss Nymphenburg und Englischer Garten

Wo halten sich die Münchner am Liebsten zur Entspannung auf?
25 % Englischer Garten
20 % an der Isar
10 % zu Hause
7 % Biergarten
6 % Westpark
6 % Nymphenburger Park
6 % Olympiapark

Quelle: AZ

Sonntag, 28. August 2011

Schloss Nymphenburg

 Heute waren wir im Schloss Nymphenburg in München,
der Sommerresidenz der bayerischen Könige und Kurfürsten


Das Schloss wurde ab 1664 unter den bayerischen Kurfürstenfolgen erbaut und ständig erweitert.

 Bild von der Schlossanlage 1730

"Steinerner Saal" wunderschön lichtdurchflutet und über 2 Etagen
hier wurde Luwig am 26.08.1845 getauft


Ludwigs Mutter Königin Marie in der Schönheitsgalerie


das original Schlafzimmer von Königin Caroline
ab 1842 wohnte Königin Marie und König Maximilian II darin
in diesem Zimmer wurde Ludwig geboren



Außerdem waren wir auch im Marstallmuseum. Dort sind unglaublich viele Kutschen und Schlitten von Ludwig ausgestellt. Eine schöner als die andere!!!







Außerdem sind dort unzählige Reitausrüstungen zu bestaunen und die "Schönheitsgalerie" der Pferde.

Wir waren auch in der Ausstellung der Porzellanmanufaktur Nymphenburg (gegr. 1747)

 Tischgedeck von 1818


Fotos vom wunderschönen Schlosspark gibts dann morgen zu sehen. Das ist mir jetzt zu viel in der Nacht.

Samstag, 27. August 2011

Ludwig II - Dezember 2012 in den Kinos

hier ist ein Artikel darüber zu lesen (Schloss Hof Österreich)
und hier sind 3 Fotos von den Dreharbeiten zu sehen (Tirol)

gedreht wird seit Ende Juli (Starnberger See) bis November 2011 - also jetzt gerade - an den Originalschauplätzen. Füssen ist ab 27. September dran.

In der Hauptrolle: Sabin Tambrea

Freitag, 26. August 2011

Ludwig Musical Kempten - Ludwigs Geburtstag


An Ludwigs 166. Geburtstag, dem 25.08.2011, haben wir uns das neu inszenierte Musical in Kempten angesehen. Ich hatte es in Füssen ja bereits 2 x gesehen und war damals schon so dermaßen begeistert. 2,5 Stunden vor Beginn der Vorstellung haben wir sogar Martin Markert, den Darsteller des Prinz Otto, vor dem Musical gesehen. Um 19 Uhr war Einlass. Das Foyer war ganz in rot gehüllt, mit roten Stehtischen, Kerzen, Schwänen usw. Wirklich sehr hübsch. 
Das Musical selbst war unbeschreiblich toll und ergreifend! Das muss man einfach erlebt haben! Nach 4 Jahren Abstinenz war es für mich eine richtige Wohltat die Stimmen mal wieder live (und nicht auf CD) zu hören und zu SPÜREN! Man bekommt eine solche Gänsehaut.... selbst meinen Mann hat es vollkommen umgehaun und auch das restliche Publikum war absolut begeistert. 



Besonders schön fand ich, dass Norbert Lamla wieder die Rolle des Dr. Guddens übernommen hat, genauso wie Suzan Zeichner die Rolle des Kindermädchens. Standing Ovations bekam außerdem Ian Jon Bourg, trotz seiner bösen und kleinen Rolle als Schattenmann. "Schwarze Schatten" hat er einfach phänomenal gut gesungen! Und die Darstellerin der Prinzessin Sophie hat mich beim Krönungschor schier vom Stuhl gehaun! Wahnsinn!

Ich freue mich schon jetzt auf 2012, wenn das Musical wieder aufgeführt wird!


Auch sonst wurde an einigen Orten an Ludwigs Geburtstag gedacht (jeweilige Zeitungsartikel anklicken)

-> Ludwigsfeuer Oberammergau
-> Ludwigsfeuer Böbing
-> König Ludwig Nacht Schloss Linderhof
-> Messfeier Königshaus am Schachen
-> am 26. und 27. August Schlosskonzerte in Neuschwanstein 
Schlossfest Nymphenburg München

Dienstag, 23. August 2011

Ludwig II. speist...


... aber bestimmt keinen bayerischen Schweinebraten!!! Zumindest nicht als Leibspeise. Die Leute werden doch echt überall übers Ohr gehauen....

König Ludwig II. aß nämlich überwiegend französische Küche! Und auch eher ohne Schwein!!! Sondern Fisch, Ochsenfleisch, Kalb, Geflügel und Wild.
Gegen Ende seines Lebens hatte Ludwig seinen Tag/Nacht-Rhytmus umgekehrt. Er stand abends um 18 - 19 Uhr auf. Um diese Uhrzeit gab es Frühstück. Zwischen 1 - 2 Uhr Nachts gab es dann das Diner, um 6 - 7 Uhr morgens dann Souper. Das gesamte Personal musste sich also ebenfalls umstellen. Was das für die Gesundheit bedeutet: Der gesamte Biorythmus kommt durcheinander - Verdauungsstörungen - Schlafprobleme - Risiko auf Herzerkrankungen - Vitamin D Mangel und damit schlechtes Immunsystem und Osteoporose - Fressattacken - Stimmungsschwankungen - Depressionen usw.
Ludwig speiste in eingebildeter Gesellschaft von drei Personen des französischen Hofes - ungefähr so wie Dinner for one. Wurde in Herrenchiemsee oder Linderhof gepeist, wurde die Suppe mit dem Tischlein-Deck-Dich hochgefahren. Aber er aß auch liebend gerne in seiner Venusgrotte, einer Berghütte, im Zug oder sonst wo. Und somit musste alles nötige immer vom Personal mitgeschleppt werden. Ein wahnsinniger Aufwand!

Montag, 22. August 2011

Sisi - ein biografisches Portrait

 
Ich habe nun das Buch von der Historikerin Katrin Unterreiner, von dem ich hier schon berichtet habe, innerhalb von 24 Stunden gelesen. Durch die berühmten Sissi-Filme mit Romy Schneider wurde die wahre Sisi ja erst so richtig berühmt. Romy hat die Rolle so unglaublich liebevoll gespielt, dass man Sisi natürlich total verehrte - MICH eingeschlossen! Als ich dann so als Teenager nach und nach herausbekam, wie die wahre Sisi war, war ich geschockt und total entsetzt. Aber genau das hat auch mehr und mehr mein Interesse geweckt. Wer war diese Frau wirklich? Und genau darum dreht sich dieses Buch. Laut der Kritiken hat die Autorin anscheinend einiges essenzielles weggelassen. Aber einige Belege konnte sie schon liefern. U.a. diese fand ich besonders interessant:

Erherzogin Sophie schrieb:
" Und mit innigem Wohlgefallen sah ich zu, wie Sisi ihre Haare selbst ordnete, mit einer Anmut und Grazie in allen ihren Bewegungen, die das Kammermädchen und auch mich entzückte. Desto mehr, dass sie sich so gar nicht bewusst war, einen so angenehmen Eindruck hervorgebracht zu haben. Trotz der Trauer, die Luise ( Ludovica ) und ihre Töchter wegen des Besuches bei Therese hatten tragen müssen, war Sisi reizend in ihrem ganz einfachen, hohen, schwarzen Kleid, so dass ich Luise beredete, mit ihren Töchtern den Thee bei mir zu nehmen...... Mein Carl, der ein guter Beobachter ist, sagte mir, dass in dem Augenblick, als der Kaiser Sisi erblickte, ein Ausdruck so großer Befriedigung in seinem Gesicht erschien, dass man nicht mehr zweifeln konnte, auf wen seine Wahl fallen würde. Er strahlte, und du weißt wie sein Gesicht strahlt, wenn er sich freut. Die liebe Kleine ahnte nichts von dem tiefen Eindruck, den sie auf Franzi gemacht hatte. Bis zu dem Augenblick, da ihre Mutter ihr davon sprach, war sie nur von Scheu und Schüchternheit erfüllt, die ihr die so vielen sie umringenden Menschen einflößten... und sie war so hübsch und anmuthig dabei!"

Zur Verlobung schrieb sie an ihre Freundin:
" seit heute früh 8 Uhr ist unser heiß geliebter Franzi der unaussprechl. strahlend, glückliche Bräutigam der lieblichen Sisi... die Haltung der Kleinen ist so anmutsvoll, so bescheiden, so untadelig, so graziös, ja beinahe demutsvoll, wenn sie mit dem Kaiser tanzt... sie erschien mir so anziehend, so kindlich bescheiden und doch ihm gegenüber ganz unbefangen "

Sophie hatte eigentlich folgendes geplant:
" um dem jungen Paar nicht auf dem Nacken zu sitzen, fürderhin in Ischl bis Ende Oktober zu bleiben u. dann gerade nach Wien zu ziehen. Auch während dem ersten Teil des Sommers gedenken wir, nach Laxenburg zu ziehen, wenn Franzi u. Sisi in Schönbr. sind, u. umgekehrt in Schönbr. zu seyn, wenn sie in Laxenburg sind... Franzi schien die Idee... die Flitterwochen in Laxenburg zuzubringen... und zwar allein mit Sisi, sehr anzulächeln. Ich muss wirkl. mit Festigkeit und ganz allein den Grundsatz, dem jungen Paar nicht auf dem Nacken zu sitzen, durchführen, denn Franzi meint immer, wir könnten noch überall, wie bisher, stets vereinigt bleiben, was mich tief rührt, aber nicht ausführbar ist "

Das hat sie dann aber doch nicht gemacht

" hier hab ich viel geweint Marie - allein zurückzudenken, drückt mir das Herz zusammen - hier war ich nach meiner Hochzeit, Sie werden mir nicht glauben was für ein Leben ich hier lebte, ich fühlte mich so einsam - er konnte nicht hier sein - jeden Tag frühmorgens fuhr er nach Wien, um 6 Uhr kehrte er zum Essen zurück, ich war den ganzen Tag alleine und hatte Angst vor der Minute wenn Sophie kam, denn sie kam jeden Tag, zu jeder Stunde um zu sehen was ich tue - bis a`la merci war ich dieser wirklich bösartigen Frau ausgeliefert, alles war falsch was ich machte, die ich liebte wurden schlecht gemacht, sie wusste alles über jeden, da sie alle bespitzelte und das ganze Haus hatte Angst vor ihr aber alle spionierten für sie und berichteten ihr alles. Und es war noch das Geringste, dass sie mit mir - aber auch mit dem Kaiser - schimpfte wie mit einem Schulkind. Einmal bat ich ihn mich nach Wien mitzunehmen, blieb den ganzen Tag und sah sie nicht. Es tat so gut nicht allein zu sein an diesem traurigen Ort, aber kaum waren wir abends zu Hause angekommen, kam sie sofort zu uns gelaufen, verbot es ihm und schimpfte mit mir, da es sich für eine Kaiserin nicht gehöre ihrem Mann nachzulaufen und hin und her zu kutschieren wie ein Fähndrich. Damit war auch das beendet. Ich war alleine, was noch gut war, aber wenn sie kam, mich zu quälen... und so oft ohne Kaiser zu sein, der zwar auch gelitten hat aber Angst hatte seiner Mutter zu widersprechen; es war immer jemand um uns - ich habe es lange ausgehalten da ich so jung war, später habe ich mir dann selbst geholfen, aber das erzähle ich Dir später"

Die Gedichte über den Wiener Hof fand ich auch sehr lustig. Leider kommt mir das nur alles so sehr bekannt vor....

Einen eindeutigen Beleg, wer die Erziehung der beiden ersten Kinder übernahm, habe ich in dem Buch nicht gefunden. Anscheinend sind Sisi und Franz von den Räumen her umgezogen...
" Nach reiflicher Überlegung und nachdem ich die Sache nochmals mit Sisi besprochen, bin ich der festen Überzeugung, daß es am besten ist, wenn die Kinder in die Radetzky-Zimmer kommen... Sie haben, liebe Mama, einen Grund, der uns diesen Wechsel wünschen macht, gleich erraten. Ich bitte Sie jedoch inständig, Sisi nachsichtig zu beurteilen, wenn sie vielleicht eine zu eifersüchtige Mutter ist, - sie ist ja doch so eine hingebende Gattin und Mutter! Wenn Sie die Gnade haben, die Sache ruhig zu überlegen, so werden Sie vielleicht unser peinliches Gefühl begreifen, unsere Kinder ganz in Ihrer Wohnung eingeschlossen und fast gemeinschaftlicher Vorzimmer zu sehen, während die arme Sisi die Stiege hinaufkeuchen mußte, um dann selten die Kinder allein zu finden, ja auch Fremde bei denselben zu sehen, denen Sie die Gnade hatten, die Kinder zu zeigen, was besonders mir auch noch die wenigen Augenblicke verkürzt, die ich Zeit hatte, bei den Kindern zuzubringen "

Auch was die Autorin über das restliche Leben geschrieben hat, brachte einen weiteren tieferen Einblick.



Donnerstag, 18. August 2011

Maria Theresia - ein kurzer Abstecher ins 18. Jh.

Heute habe ich eine Dokumentation über den Erbfolgekrieg von Österreich gesehen. Normalerweise finde ich sowas ganz furchtbar und ich will es gar nicht hören, aber die Geschichte von Maria Theresia hat mich dann doch irgendwie dran gefesselt.

Sie war die Ur-Ur-Oma von Sisis Ehemann Franz Joseph I. und ich durfte bereits auf der Führung in Schloss Schönbrunn Wien einiges über sie erfahren. Sie war die bedeutendste Herrscherin Österreichs.


Sie wuchs wie ein typisches Mädchen in der Monarchie auf, allerdings starb ihr Bruder früh und es gab keinen männlichen Thronfolger im Hause Habsburg. 1936 heiratete sie Franz Stephan von Lothringen, den sie sehr liebte. 4 Jahre später starb ihr Vater und von nun an war sie - im Alter von 23 Jahren und Mutter von 3 kleinen Kindern - Oberhaupt der Monarchie. Ihr Vater hatte vor seinem Tod das Gesetz aufgehoben, welches weibliche Thronfolger ausschloss. Doch das wurde nach dem Tod stark angezweifelt. Jeder wollte ein Stück vom Kuchen und einen Teil des Landes bekommen. Friedrich der Große von Preußen hat das sofort ausgenutzt und besetzte das damalige Schlesien, was zu ihrem Königreich gehörte. Und noch dazu stellten 8 weitere Nationen Anspruch auf ihr Erbe. Das wollte sie sich nicht gefallen lassen, sondern wollte ihrer Aufgabe als Herrscherin einer Großmacht nachkommen. Dazu brauchte sie die Hilfe der Ungarn, dessen Königin sie war. Mit ihrem 3. Baby auf dem Arm trat sie vor den ungarischen Adel und bat um Hilfe. Sie bekam 20000 Soldaten und die Ungarn erhielten dadurch mehr Rechte. Leider verlor sie Schlesien trotzdem an Friedrich, den Großen. Dafür hatte allerdings ihr Mann die Chance Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation zu werden. Bei der Krönung stand sie nicht an seiner Seite, sondern nur im Publikum und hat damit demonstriert, dass sie nicht die Frau des Kaisers ist, sondern dass eigentlich SIE allein die Herrscherin ist.

Friedrich der Große hasste Frauen. In seinem Lust-Schloss Sanssouci zu Potsdam hatten Frauen keinen Zutritt... „sans femmes

Schloss Sanssouci, Potsdam 2005

... und er nannte Maria Theresia, Madame de Pompadour - Mätresse des Königs von Frankreich und die russische Zarin Elisabeth: die drei Erzhuren Europas. Somit hatte Marie Theresia plötzlich ganz Frankreich und Russland auf ihrer Seite. Und damit endete der österreichische Erbfolgekrieg aus der Angst die Nationen könnten von Russland angegriffen werden. Maria Theresia blieb weiterhin das Staatsoberhaupt. Allerdings stürmte Friedrich nun unerwartet das Kurfürstentum Sachsen, da er vor einer Rückeroberung von Schlesien Angst hatte. Allein mit England als Verbündeten war er stark in der Unterzahl. Damit brach ein weiterer Krieg aus, der 7 Jahre dauern sollte. Als Friedrich den Krieg fast verloren hätte, kam plötzlich eine Wende. Die Zarin Elisabeth von Russland ist gestorben und der Thronfolger verehrte Friedrich. Somit war plötzlich wieder ganz Russland auf seiner Seite. Zusätzlich hat England Frankreich besiegt und Maria Theresia hatte damit keine Verbündeten mehr. Und damit endete auch der Krieg ohne das irgendjemand einen Vorteil daraus hatte. Nur eben, dass Schlesien weiterhin Friedrich gehörte. Und dafür mussten 400000 Menschen sterben!!!

Maria Theresia war 20 Jahre ihres Lebens quasi fast durchgehend schwanger und brachte 16 Kinder zur Welt. ( Ich weiß noch wie die Führerin im Schloss meinte, dass Maria Theresia folgendes gesagt hat: "wenn ich nicht immer einen dicken Bauch hätte, würde ich selbst in den Krieg ziehen" ) Sie war eine überfürsorgliche Mutter, aber sie übernahm nicht die Erziehung. Aufgrund von Platzmangel hat sie irgendwann für die Kinder ein Zwischengeschoss ins Schloss bauen lassen (die Decken waren so derartig hoch...)
Sie führte die Schulpflicht für alle Kinder ein und gründete Schulen. Auch für ihre eigenen Kinder erstellte sie einen speziellen Stundenplan.
Außerdem bildete sie eine Heeresreform, eine Staats- und Verwaltungsreform, die Abschaffung der Folter, die Milderung des Frondienstes, die Aufhebung der Leibeigenschaft auf den Staatsgütern und die Keuschheitskommission zur Bekämpfung und Verhinderung außerehelicher Beziehungen.
Obwohl sie selbst eine Liebesehe führen durfte, hat sie ihre Kinder vorteilhaft verheiratet, um weiter an Macht zu gewinnen. Nur eine Tochter, durfte sich ihren Mann selbst aussuchen. Von 16 Kindern konnten nur 7 verheiratet werden. 5 Ehen davon verliefen sogar glücklich. 1 Sohn wurde Vater von 16 Kindern, eine Tochter brachte - während einer unglücklichen Ehe - sogar 18 Kinder auf die Welt usw. Maria Theresia ist somit quasi die Großmutter Europas.
Die bekannteste Tochter war Marie Antoinette, die den französischen König heiratete. Ihr Leben wurde oft verfilmt, zuletzt mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle. Diesen Film habe ich mir auch angesehen, da mich die Geschichte zwischen den Eheleuten fasziniert hat (und auch weil ihr schreckliches Ende nicht gezeigt wurde). Die ersten 8 Jahre wollte der König sie nicht anfassen, er war einfach zu scheu, dabei sollte sie doch unbedingt Kinder bekommen. Sie wurde von überall unter Druck gesetzt (und damit identifizierte ich mich mit ihr zu dieser Zeit). Aber dann bekam sie doch noch ihre Kinder.

Mittwoch, 17. August 2011

Planet Wissen Reportage - Wie lebte die Kaiserin wirklich

Ich hätte vorher tatsächlich nicht gedacht, dass es dazu etwas Neues zu berichten gibt. Ich hatte schon so viele Reportagen gesehen und Biografien gelesen, dass ich wirklich sehr überrascht war, was ich da plötzlich hörte. Zu Gast war die Historikerin Katrin Unterreiner, die auch den Aufbau des Sisi-Museums in Wien geleitet hat. Ihr Buch habe ich mir nun bestellt und möchte das nochmal genau nachlesen, obwohl sie ja sehr in ihren Äußerungen krittisiert wird. Ich werde das mal genauer unter die Lupe nehmen.

In der Sendung schilderte sie zumindest diese mir bisher unbekannten Dinge:

1.
Ich wusste zwar bereits, dass Sisis Eltern miteinander verheiratet wurden, wusste aber auch, dass sie Goldene Hochzeit gefeiert haben.... aber ich wusste nicht, dass ihr Verhältnis zueinander so schlecht war und Herzog Max ständig Affären und uneheliche Kinder hatte. Gemeinsam haben sie ja auch 10 Kinder bekommen, wie kann das Verhältnis da so schlecht gewesen sein? Nachgelesen habe ich nun, dass sie erst ab der Goldenen Hochzeit, die letzten 10 Ehejahre harmonisch miteinander leben konnten. Da ich mich ja sehr für Sternzeichen interessiere, habe ich einmal die Kombination Jungfrau-Schütze nachgelesen. Und tatsächlich steht dort, dass es leidenschaftlich gewaltig funken kann, aber ansonsten haben sie sich nichts zu sagen. Sie sind einfach zu verschieden und können sich gegenseitig nicht verstehen.

2.
Helene sollte anscheinend nicht zwingend Franz Josephs Braut werden, sondern ihm wurden viele deutsche heiratsfähige Prinzessinen vorgeführt, u.a. eben auch die beiden Töchter von Ludovika. Dass er sich sofort für Sisi entschieden hat, soll für Helene auch kein großes Drama gewesen sein.

3.
soll das Verhältnis zur Schwiegermutter gar nicht so furchtbar schlecht gewesen sein. Anfangs haben sie sich wohl gut verstanden ( jaaaa anfangs ist immer alles noch nett, bis man sich dann richtig kennen lernt. Ich spreche da aus Erfahrung )

4.
Hat man Sisi die Kinder anscheinend nicht weggenommen, sondern sie hat sie selbst in die Obhut der Schwiegermutter gegeben, nachdem die erste Tochter Sophie auf einer Reise gestorben ist.

5.
Sollen die Zähne wohl doch gesund gewesen sein. Das habe die Obduktion ergeben. Warum sie ihre Zähne so versteckte, kann daran gelegen haben, dass sie evtl verfärbt gewesen sind vom rauchen oder aber schief gestanden sind.

6.
Waren ihre ganzen Reisen lange im Vorraus geplant, Franz Joseph hat sie in allem unterstützt, ihr alles genehmigt. Das Ehepaar hatte aber auch ein fixes Datum im Jahr, wo sie nur zu zweit verbrachten.

7.
sie hatte einen Anker als Tattoo auf der Schulter - DAS hat mich ja mal echt umgehaun. Ich dachte dieser Schwachsinn wäre erst so 100 Jahre später entstanden. Jetzt habe ich mal nachgelesen.... und Tattoos gibt es schon seit 7000 Jahren *schock* Was ich tatsächlich auch noch nicht wusste: Tattoos sind laut altem Testament verboten!!!

Dienstag, 16. August 2011

Augsburg

 Blick vom 70 m hohen Perlachturm am Rathausplatz auf die Maximilianstraße mit der Basilika St. Ulrich und Afra am Ende


Augsburg ist ein Punkt auf der Sisi-Straße Man kann sogar eine kostenlose Führung mitmachen hier gehts zum Gutschein

In der Maximilianstraße (der sogenannten Kaisermeile und ehemaligen Via Claudia Augusta) ......

......wohnte Sisis Bruder Ludwig. Seine Geschichte dürfte jedem aus den Sisi-Filmen bekannt sein. Er bekam ein uneheliches Kind mit der bürgerlichen Henriette Mendel und heiratete sie dann in Augsburg, was damals ein Skandal war! Deshalb wurde sie einfach in den Adelsstand gehoben und hieß nun Henriette Freiin von Wallersee.
Die uneheliche Tochter hieß Marie Louise und wurde in der Kirche St. Ulrich und Afra getauft (direkt links vom Haus). Das selbe Taufbecken gibt es heute noch.

In dieser Augsburger Wohnung soll Sisi die Familie 1869 besucht haben und ab ca 1877 wurde Marie Louise zur Palastdame der Kaiserin und begleitete sie auch als Vertraute auf Reisen z.B. nach London. Hier gibt es ein Buch zur Thematik
Das vertraute Verhältnis wurde von Sisi 1889 abgebrochen, aufgrund Marie Louises Einfluss in der "Mayerling Tragödie" - den Selbstmord ihres Sohnes Rudolf.

So, das nur zur Geschichte. Dieses Haus kann man sich heute noch von außen ansehen ( Nr. 87 ).


Sehr schön ist auch das Schaezlerpalais mit der Haus-Nr. 46 ( deutsche Barockgalerie ), in dem schon Marie Antoinette - Königin von Frankreich ( König Ludwig vergötterte sie - Büste von ihr in Schlosspark Linderhof ) 1770 tanzte. Das Haus wurde im Krieg NICHT zerstört!
Der Rokoko-Garten kann kostenlos besucht werden (nur von 10 - 17 Uhr!) und ist gerne Kulisse für Hochzeits-Fotoshootings (Standesamt direkt gegenüber)



Interessant ist eigentlich auch das Haus daneben ( Nr. 40 ). Das *****-Hotel Drei Mohren, welches bereits 667 Jahre besteht, hatte in dieser langen Zeit einige berühmte Gäste...... u.a. MICH hahaha ;-) Ich war dort 2004 auf einem Ball. Aber auch Sisis Schwiegertochter Stephanie von Belgien hat dort einmal gewohnt. Zu dieser Zeit hatte das Hotel aber noch eine wunderschöne Rokokofassade... nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg ist davon nun leider nichts mehr zu sehen. Außerdem wird es bis September kernsaniert. Ich bin ja schon sehr gespannt wie es dann wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.

Augsburg ist eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde 15 v. Christus von den Römern gegründet. Deshalb gibt es auch ein Römermuseum und hier und da ein paar Denkmäler zu sehen.
Augsburg wurde stark geprägt von der Gotik, Renaissance und dem Rokokostil (Augsburger Geschmack) und noch ein wenig Jugendstil. Leider wurden diese wunderschönen Gebäude sehr stark im 2. Weltkrieg zerstört. Es wurde versucht vieles wieder aufzubauen, aber wenn man sich einmal Vergleichsfotos ansieht, merkt man doch den Unterschied. Wer sich für so etwas interessiert kann sich bei www.bildindex.de sämtliche alte Fotos sämtlicher Städte ansehen. Ich finde sowas total interessant!
In Augsburg findet man außerdem die Geburtshäuser von Berthold Brecht und Leopold Mozart. Ganz berühmt natürlich auch die Augsburger Puppenkiste.