Montag, 8. Oktober 2012

Auf den Spuren der Habsburger und Wittelsbacher in Salzburg

Die wunderschöne Stadt Salzburg wurde jahrhundertelang von Kirchenfürsten regiert (selbstständiger deutscher Staat). Alle bis heute erhaltenen historischen Gebäude (außer die Festung) sind von den Fürsterzbischöfen erbaut worden. Dann gehörte Salzburg kurz zu Bayern, ab 1805 zu Österreich, dann zu Frankreich, ab 1810 wieder zum Königreich Bayern und erst ab 1816 zur Habsburger Monarchie. Und genau um diese kurze Zeit ab 1810 geht es hier (Die Bayern und Wittelsbacher hatten die ganzen Jahrhunderte lang sehr viel mehr mit Salzburg zu tun. Aber die bayerischen Herzöge, Bischöfe, Kurfrüsten und allgemein die Zeit vor 1700, das Mittelalter usw interessieren mich persönlich wirklich gar nicht und haben ja auch nichts mit Ludwig oder Elisabeth zu tun..)

Festung Hohensalzburg: 
In der Festung lebten niemals Habsburger oder Wittelsbacher. Aber Franz Joseph hat die Festung einmal gemeinsam mit Napoleon III. am 20.08.67 besucht.


An der Salzach hat man später bestimmte Abschnitte nach den Habsburgern benannt.
Franz-Joseph-Kai, Elisabeth-Kai, Rudolfkai und Giselakai
dann gibt es noch die Elisabethvorstadt mit einer Elisabeth-Statue vor dem Bahnhof. Hier war Sisi das letzte Mal vor Ihrem Tod in Österreich. Aber ansonsten ist Salzburg einfach nur als Bischofs und Mozartstadt bekannt.

Rudolfskai

Schloss Mirabell:
Ludwig I. (Onkel von Franz Joseph I. und Elisabeth und gleichzeitig Opa von Ludwig II.) lebte als Kronprinz von 1811 bis 1816 (zu dieser Zeit gehörte Salzburg zu Bayern) in diesem Schloss (Sommerresidenz).



Die Zwergerl im Zwergelgarten gab es übrigens schon zu König Ludwigs Zeit, allerdings mochte er sie nicht und veranlasste, dass sie entsorgt werden. Sie wurden für 2 Gulden pro Stück überall verteilt. Ab 1919 versuchte man dann den Garten wieder aufzubauen und die Zwergerl wurden größtenteils wieder eingesammelt. Es waren mal 28 Stück, 15 davon konnten wieder zurückgebracht werden.


Bereits ab 1854 durften die Leute öffentlich den wunderschönen Garten besuchen (dies veranlasste Franz Joseph I.). 2 Jahre später wurde das Schloss an die Stadt verkauft. Heute befindet sich die Stadtverwaltung darin. Sehr beliebt ist das wunderschöne Trauzimmer. Als wir dort waren, gab es wirklich eine Trauung nach der anderen.







Die alte Residenz: 
In den ersten Jahren der Habsburger Monarchie in Salzburg (also ab 1816) besuchte kein Habsburger die Stadt. Denn zu dieser Zeit war Franz II./I. Kaiser (Opa von Franz Joseph I.), der genau das verhinderte. Aber nach seinem Tod 1835 wohnten gleich mehrere Habsburger gleichzeitig in der alten Residenz. Nämlich seine Witwe Karoline Auguste, die Salzburg liebte. Und gleichzeitig auch ab 1860 die Großfamilie des Großherzog der Toskana (Sohn ihres Schwagers), die aus Italien vertrieben wurden. Zusätzlich kam auch Kaiser Franz Joseph I. mit seiner Familie manchmal nach Salzburg. Prinzessin Gisela und Prinz Leopold verbrachten dort die Brautnacht und ihre Flitterwoche. Währendessen wohnten sie im Wallis-Trakt vor dem Dom (dieser Teil kann jedoch nicht besichtigt werden, genauso wie der Toskanatrakt. Darin befindet sich heute die Universität).







auch wenn es in der Besichtigung der Residenz rein um die Zeit der Bischöfe geht, sind doch noch einige Möbel der Habsburger zu finden




1865 empfing Kaiser Franz Joseph I. in der Residenz Kaiser Wilhelm I. und 1867 Kaiser Napoleon III und Eugenie. Zu dieser Zeit fand das berühmte Wadeln-Messen von Sisi mit Eugenie statt. Dazu gibt es auch ein lustiges Video.


Schloss Leopoldskron:
In diesem Schloss wohnten die Habsburger und Wittelsbacher für kurze Zeit nach der Verlobung von Sisi mit Franz 1853 in Bad Ischl. Das Schloss gehörte zu dieser Zeit Ludwig I. (Sisis Onkel und gleichzeitig der Onkel von Franz). Nach seiner Abdankung als bayerischer König wählte er Salzburg als seinen Sommersitz aus. Ludwig gab zu Ehren der Verlobung einen Empfang für die beiden Familien.
Bei Ihrem späteren Besuch 1867 in Salzburg schwamm Franz Josef jeden Tag im Weiher vor dem Schloss.



Heute darf das Schloss nur für Hochzeiten und große Feiern, Seminare usw genutzt werden, aber am Weiher entlang kann man herrlich spazieren gehen. Immer mit schönem Blick auf das Schloss, die Festung im Hintergrund und einigen Schwänen die umherschwimmen.

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