Dienstag, 22. Oktober 2013

Kurstadt Meran



 

Seit 1836 nennt Meran sich "klimatischer Kurort" (Traubenkur, Molkekur, "gute Luft", mildes Klima)
Meran hatte jedoch (vorerst) im Gegensatz zu vielen anderen bekannten Kurorten nichts zu bieten. Es war eher ein staubiges Bauerndorf mit ein paar Spazierwegen, als Elisabeth das erste Mal dort eintraf. Aber die Gegend dort mitten in den Bergen und den umliegenden Schlössern und Ruinen ist einfach herrlich und es gefiel auch anderen Adeligen dort sehr gut. z.B. lebte auch Napoleons Ehefrau Marie Louise (Franz Josephs Tante) eine Weile dort. Und Franz Josephs Groß-Onkel kaufte sich in Schenna ein Schloss (Schloss Schenna). Auch Elisabeths Schwager Ferdinand Maximilian kam kurzzeitig nach Meran und Franz Josefs anderer Bruder Karl Ludwig kaufte ja das bereits erwähnte Schloss Rottenstein und Schloss Rametz. Außerdem lag Meran damals noch in Österreich (Tirol) und nicht wie heute in Italien. So war Elisabeth noch im eigenen Land, aber dennoch in mediterranem Klima.

Meran 1750 (120 Jahre vor Sisis Ankunft) Gemälde an der Wandelhalle

Elisabeth schreibt 1 Tag nach ihrer 1. Anreise am 17.10.1870:
"Die Gegend ist hier wunderschön; es wachsen Granatapfel, Cypressen, Oliven und Kastanien im Freien ... Die Stadt ist klein und alt; es ist aber auch eine Promenade mit Musik, wo man viele Kranke sieht, die Trauben essen"

Es gab zuerst noch kein Kurhaus (dieses wurde erst 1874 eröffnet, somit fand Elisabeth dieses Haus erst bei ihrem 3. Besuch vor)


Aber es gab eine große Wandelhalle (für kleine Kur-Konzerte)

Es gab einen schattigen Park entlang der Passer (den man nach Sisis Abreise in "Giselapark" taufte). Heute findet man dort ein Elisabeth-Denkmal und er heißt nun Elisabeth-Park

Und es gab die Winterpromenade (damals genannt Wassermauer), auf der Elisabeth (entweder alleine oder mit Gefolge) "promenierte". Auch Franz Joseph spazierte dort gerne mal mit Gisela entlang.


Von Schloss Rottendorf aus waren Wandelhalle und Promenade über eine Brücke (Steinerner Steg) auch relativ schnell zu Fuß in ca 15 min zu erreichen. Von Schloss Trauttmansdorff aus ist man allerdings mit der Kutsche in die "Stadt" gefahren.

Als Elisabeth nach 17 Jahren wieder in das "Kuhdorf" kam, hat sich viel verändert. Es gab neue Villen, Hotels und Kureinrichtungen.
Franz Joseph schrieb dazu in einem Brief:
" In der langen Zeit seit ich das letzte Mal hier war, hat sich Meran und Obermais verändert, dass ich mich auf dem Wege, den wir vom Bahnhofe nach Trauttmansdorff fuhren, kaum mehr auskannte. Es sind eine Menge Hotels, Villen und andere Häuser entstanden, die nicht zur Verschönerung der Gegend beitragen. "

Die Aufenthalte der Kaiserin in Meran, haben u.a. sehr stark dazu beigetragen, dass Meran zu dem wurde, was es heute ist. Denn wo die Kaiserin "Urlaub" macht, wollten auch alle anderen hinfahren und mit immer mehr Gästen konnte sich die Stadt schnell weiterentwickeln.


Laubengasse

Auch Elisabeths Bruder Gackl zieht es nach Meran.
Büste an der Wandelhalle
 
Zuerst war er selbst auf Kur in Meran. Da er aber selbst Augenarzt ist, fing er an jedes Jahr bis 1899 im heutigen Hotel Bavaria Augenerkrankte zu operieren (in der damaligen Villa hat er eine Praxis eingerichtet). Sogar kostenlos für Patienten, die sich eine Behandlung nicht leisten konnten!


Quellen meiner Information:
- www
- Tagebuch der Marie Valerie von Martha Schad
- "Sissi in Meran" von  Josef Rohrer
Fotos: meine Wenigkeit (vom 17.10.2013)

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